Berner SymphonieorchesterExtrakonzertKammermusik

Tschaikowsky@Bern

Souvenir de Florence - Erinnerungen an Florenz: Tschaikowskys letztes Kammermusikwerk ist tatsächlich so etwas wie der Nachklang einer Italienreise. Zu Beginn des Jahres 1890 hatte sich der Komponist in die Toskana begeben und in Florenz intensiv an einer neuen Oper über Puschkins Pique Dame gearbeitet. Haben die Sonne Italiens und die offenbar glückliche Zeit in Florenz ihre Spuren in diesem kammermusikalischen Opus ultimum hinterlassen? Dieses Eindrucks kann man sich kaum erwehren, denn trotz der fast durchgehenden Verwendung von Moll-Tonarten ist das Streichsextett ein Werk äusserster Spiel- und Lebensfreude.

«Es gehört zur Klasse der Selbstmörder unter den Kompositionen, zu jenen, die durch unbarmherzige Länge sich selbst umbringen», schrieb der gefürchtete Kritikerpapst Eduard Hanslick nach der Wiener Erstaufführung des Klaviertrios a-Moll von Peter Tschaikowsky. Die Geschichte hat dieses unbarmherzige Urteil als krasse Fehleinschätzung entlarvt: Bis heute ist Tschaikowskys Opus 50 quicklebendig geblieben, steht auf der Beliebtheitsskala von Konzertprogrammen weit oben und gilt als die bedeutendste Kammermusik-Schöpfung des grossen Romantikers, mehr noch: als ein Schlüsselwerk der russischen Musikgeschichte. «A la mémoire d’un grande Artiste», so lautet der Widmungsvermerk. Sie gilt dem Freund und Förderer Nikolaj Rubinstein, der am 23. März 1881 ganz unerwartet verstorben war. Ihm setzt Tschaikowsky mit seinem Klaviertrio – eine Gattung, die er bis dahin strikt abgelehnt hatte – ein musikalisches Denkmal.

Konzertprogramm

Duo und Trio:
Alexei Volodin, Klavier
Kristóf Baráti, Violine
Gabriel Faur, Violoncello

Sextett:
David Guerchovich & Sandrine Canova, Violine
Julia Malkova & Yang Lu, Viola
Alexander Kaganovsky & Gabriel Faur, Violoncello

PETER TSCHAIKOWSKY 1840 - 1893
«Méditation» aus «Souvenir d’un lieu cher» für Violine und Klavier op. 42 (1878) (10’)
Sextett für Streicher d-Moll op. 70 «Souvenir de Florence» (1890) (34’)
Klaviertrio a-Moll op. 50 «A la mémoire d’un grande artiste» (1881/1882) (45’)

ViolineKristóf Baráti

KlavierAlexei Volodin

VioloncelloGabriel Faur